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750 Jahre - welch' lange Zeit

 

Zu der „alten Geest“ gleichermaßen „Hohe Geest“ oder „Grundwasserferne Geest“ genannt, gehören auch der Raum Lutzhorn und ist im Prinzip mit der buckligen Welt das östlichen Hügellandes von Schleswig-Holstein vergleichbar. So beschreibt der Bokeler Helmut Trede, der unsere Dorf-Chronik geschrieben hat, die Anfänge der Erdgeschichte in diesem Raum. Die Ablagerungen im Erdreich sind ca. 100 000 Jahre alt; es handelt sich um Altmoränen. Ablagerungen der verschiedenen Epochen warm im Zuge des Sandabbaues an mehreren Stellen in den ehemaligen Sandgruben (heute Golfplatz) zu sehen. Nach der mittleren Steinzeit und der jüngeren Steinzeit folgte die Bronzezeit. An diesen Zeiten erinnern zahlreiche Funde von einstigen Grabbeigaben. Eine große Anzahl der bronzezeitlichen Grabhügel gab es insbesondere im Lutzhorner Raum. Die Fundstellen lagen überwiegend in der Mitte der Gemarkung Lutzhorns. Einen einzigen der einst sehr vielen Grabhügel findet man noch heute am Wahrensberg. Woher kommt nun der Name Lutzhorn?

Die ersten Hinweise von „Luteshorne“ gehen bis ins hohe Mittelalter zurück und erwähnen die Dorfschaft. Älter als der Ortsname ist interessanterweise der Name des Flüsschens „Lutesou“. Bei diesem Wasserlauf handelt es sich ohne Zweifel um die alte Bezeichnung der heutigen Hörnerau. Im Quellgebiet dieser Au liegt bekannterweise die heutige Gemarkung Lutzhorn. Die Ersterwähnung von Lutzhorn, genauer gesagt von einem Haus in Lutzhorn („una domus Luteshorne“) in der Mitte des 13. Jahrhunderts, steht im Zusammenhang mit einem Rittergeschlecht aus der Marsch. Der Ritter Friedrich von Haseldorf wandte nämlich einen Teil seiner Güter, darunter ein Haus in Lutzhorn, als geistliche Stiftung dem Hamburger Domkapitel zu.

Am 29. April 1255 wurde von seinem Lehnsherren, den Grafen Johann und Gerhard Holstein, diese Schenkung urkundlich bestätigt und damit zum ersten Mal der Name unseres Ortes schriftlich fixiert. Bei dem genannten Gehöft handelt es sich nach den Aufzeichnungen des Barmstedter Familienforschers Ernst Mohr um eine Vollhufe, als deren erster Eigentümer im Jahre 1564 ein Dietrich Schlüter nachgewiesen ist. Seit 1872 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Harder.

Weitere Erwähnungen von Luteshorne gab es 1256 und ca. 1350. Erst ab Mitte des 16. Jahrhundert änderte sich die Schreibweise in Lutzhorn. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 1992 eine umfangreiche Dorfchronik herausgegeben, in der man viele Geschichten über die Gemeinde lesen kann. Seitdem ist die Zeit weiter vorangeschritten, und es hat sich vieles in der Gemeinde verändert. So konnte im Ortsteil Hellwiese auf dem Hof Siebenlinden eine Reithalle erbaut werden. Alle Grundstücke im Außenbereich wurden abwassermäßig auf den neuesten Stand der Technik ausgebaut oder nachgerüstet. Auf dem Geländer der ehemaligen Sandgruben wurde nach der Verfüllung der Gruben ein Golfplatz gebaut. Nachdem es in langen Verhandlungen mit den Mitgliedern der Initiative gegen eine Trinkwasserversorgung gelungen war, den anstehenden Bürgerbescheid hierzu abzuwenden, wurde die Gemeinde Lutzhorn mit Trinkwasser vom Wasserbeschaffungsverband Krempermarsch versorgt. Insgesamt wurden dazu ca. 16 Kilometer Wasserleitungsrohre in vier Bauabschnitten verlegt. In einigen Bereichen im Ort kam parallel die Gasversorgung von den Hamburger Gaswerken hinzu.